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Konto ohne Wohnsitz eröffnen – So geht’s in Deutschland (2025)

Willkommen auf konto-ohne-wohnsitz.de – deinem unabhängigen Ratgeber, wenn du kein festes Zuhause hast, aber trotzdem ein Bankkonto brauchst. Egal, ob du obdachlos, reisend, in einer Notunterkunft, ohne Meldeadresse, Geflüchteter, EU-Bürger oder digitaler Nomade bist: Du hast ein gesetzliches Recht auf ein Konto – und wir zeigen dir, wie du es bekommst.

Warum ein Konto so wichtig ist

Ohne Konto keine Teilhabe. Ganz einfach. Du brauchst ein Girokonto, um:

  • Bürgergeld, Lohn oder Rente zu erhalten
  • Miete oder Versicherungen zu zahlen
  • online zu bestellen
  • ein Handy zu haben
  • Arbeit aufzunehmen

Doch viele Menschen ohne festen Wohnsitz wissen nicht, dass sie trotzdem Anspruch auf ein Konto haben. Hier findest du alle Informationen, die du brauchst – klar, verständlich und kostenlos.

Hast du ein Recht auf ein Konto ohne Wohnsitz?

Ja. Seit dem 19. Juni 2016 hast du dank der EU-Zahlungskontenrichtlinie und dem Zahlungskontengesetz (§ 31 ZKG) in Deutschland ein Recht auf ein Basiskontounabhängig vom Wohnsitzstatus.

§ 33 ZKG: Auch Personen ohne festen Wohnsitz dürfen ein Basiskonto eröffnen. Es reicht eine Kontaktadresse – z. B. bei einem Sozialdienst oder einer Beratungsstelle.

Was ist ein Basiskonto?

Ein Basiskonto ist ein normales Girokonto, das:

  • Geldeingänge erlaubt (z. B. Bürgergeld, Gehalt)
  • Überweisungen und Daueraufträge ermöglicht
  • Kartenfunktion (z. B. Girocard oder Debitkarte) bietet

Es darf nicht wegen Schufa-Problemen, Nationalität oder Obdachlosigkeit verweigert werden. Nur wenige Ausnahmen gelten.

Wie eröffnest du ein Konto ohne Wohnsitz?

Auch ohne Wohnung kannst du ein Konto eröffnen. So geht’s:

1. Identität nachweisen

Du brauchst:

  • Einen gültigen Ausweis (z. B. Personalausweis, Pass, Aufenthaltstitel)
  • Notfalls: Ersatzdokumente über Behörden oder Beratungsstellen

2. Kontaktadresse angeben

Du brauchst keine Meldeadresse, aber eine Postanschrift, z. B.:

  • Beratungsstelle für Wohnungslose
  • Sozialdienst
  • Postadresse bei einer Organisation (z. B. Caritas, Diakonie)

Tipp: Frag eine Beratungsstelle nach einer Adresse, die du nutzen darfst.

3. Bank wählen

Nicht jede Bank kennt die Regeln. Geeignete Anbieter sind u. a.:

  • Deutsche Bank
  • Postbank
  • Sparkasse
  • N26 (nur mit Ausweis und Adresse)
  • bunq (für digitale Nomaden, mit EU-Pass)

Was tun, wenn die Bank dich ablehnt?

Die Bank darf dein Konto nicht grundlos verweigern. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst (Identität + Postadresse), darf sie nicht wegen Obdachlosigkeit oder Schufa ablehnen.

  • Schriftlich auf Basiskonto nach § 31 ZKG berufen
  • Ablehnung dokumentieren
  • Beschwerde bei der BaFin einreichen (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht)

Häufige Fragen (FAQ)

  • Kann ich ein Konto eröffnen, obwohl ich in einer Notunterkunft wohne?
    Ja. Auch temporäre Unterkünfte gelten als Kontaktadresse.
  • Was, wenn ich gar keine Adresse habe?
    Wende dich an eine örtliche Beratungsstelle – oft bekommst du dort eine „Postadresse für Wohnungslose“.
  • Geht das auch online?
    Teilweise ja – z. B. bei N26, bunq, Revolut. Du brauchst aber ein Smartphone und Internetzugang.
  • Wie schnell ist das Konto nutzbar?
    Oft innerhalb von 1–3 Tagen nach Legitimierung.

Kostenloser Ratgeber zum Download

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Fazit

Ein Konto ohne festen Wohnsitz ist in Deutschland möglich und gesetzlich abgesichert. Du musst kein Wohnsitz haben, um am Zahlungsverkehr teilnehmen zu dürfen. Wir zeigen dir Wege, Lösungen und Partner, bei denen du schnell und sicher ein Konto bekommst – auch ohne feste Wohnung.

Bleib stark. Du hast ein Recht auf Teilhabe. Und wir helfen dir, es durchzusetzen.