Konto eröffnen ohne Einkommensnachweis – Diese Möglichkeiten gibt es

Einleitung: Konto auch ohne Gehaltsnachweis?

Ein Girokonto ist heute unverzichtbar – ob für Mietzahlungen, Gehaltseingänge oder Onlinekäufe. Doch viele Banken verlangen bei der Kontoeröffnung einen Einkommensnachweis. Wer keinen vorlegen kann, stößt schnell auf Probleme.


Die gute Nachricht: Auch ohne Gehaltsnachweis ist ein Konto möglich – dank moderner Fintech-Lösungen, Basiskonten und Prepaid-Modelle.


Warum Banken Einkommensnachweise verlangen

Traditionelle Banken fordern Einkommensnachweise vor allem aus zwei Gründen:

  1. Bonitätsprüfung – um sicherzustellen, dass der Kunde zahlungsfähig ist.
  2. Kredit- und Disporisiko – wenn ein Dispositionskredit oder andere Kreditfunktionen angeboten werden.

Wer keinen festen Job hat, selbstständig ist oder unregelmäßige Einnahmen hat, fällt oft durchs Raster. Aber: Das betrifft vor allem Konten mit Kreditfunktion – reine Guthabenkonten sind davon meist ausgenommen.


Rechtlicher Anspruch: Basiskonto ohne Einkommensnachweis

Seit 2016 gibt es in der EU das Recht auf ein Basiskonto (Zahlungskontengesetz).
Das bedeutet: Jeder hat Anspruch auf ein Konto, unabhängig von Einkommen, Bonität oder Wohnsitzstatus.

Ein Basiskonto bietet:

  • Einzahlung und Abhebung von Bargeld
  • Überweisungen und Lastschriften
  • Kartenzahlung (meist Debitkarte, keine Kreditkarte)
  • Kein Dispositionskredit

💡 Wichtig: Die Bank darf die Eröffnung nicht mit der Begründung ablehnen, dass kein Einkommensnachweis vorliegt.


Möglichkeiten, ein Konto ohne Einkommensnachweis zu eröffnen

1. Onlinebanken & Fintechs

Digitale Banken wie N26, Vivid oder Revolut eröffnen Konten oft rein online und verzichten auf Gehaltsnachweise – vor allem, wenn es sich um reine Guthabenkonten handelt.

Vorteile:

  • Schnelle Kontoeröffnung per VideoIdent
  • Keine Filialbesuche nötig
  • Oft kostenlose Kontoführung

Nachteile:

  • Kein oder eingeschränkter Bargeldservice
  • Teilweise Limits für Geldeingänge

2. Basiskonten bei Filialbanken

Auch klassische Banken wie Deutsche Bank, Sparkasse oder Postbank müssen Basiskonten anbieten. Diese Konten funktionieren auf Guthabenbasis, Einkommensnachweise sind nicht nötig.

Vorteile:

  • Persönlicher Service in Filialen
  • Breites Filial- und Geldautomatennetz

Nachteile:

  • Oft monatliche Kontoführungsgebühren (4–10 €)
  • Kein Dispo möglich

3. Prepaid-Konten mit IBAN

Anbieter wie PayCenter oder Fidor Bank bieten Prepaid-Konten mit deutscher IBAN an. Das Konto wird nur im Guthaben geführt – ohne Bonitätsprüfung.

Vorteile:

  • 100 % ohne Einkommensnachweis
  • Sofortige Kontoeröffnung möglich
  • Teilweise mit Mastercard/Visa-Prepaidkarte

Nachteile:

  • Gebühren für Karten oder Überweisungen
  • Kein Kreditrahmen

4. Konto im Ausland eröffnen

In manchen Ländern – z. B. in Estland, Litauen oder der Schweiz – ist es einfacher, ein Konto ohne Einkommensnachweis zu eröffnen.
Digitale Anbieter wie Wise oder Monese bieten europaweite Konten mit IBAN an.

Vorteile:

  • Mehrsprachige Apps
  • Oft günstige Auslandstransfers

Nachteile:

  • Kein deutscher Einlagenschutz bei Nicht-EU-Banken
  • Mögliche steuerliche Pflichten in Deutschland

5. Konto für Selbstständige und Freiberufler

Viele Geschäftskonten – z. B. bei Qonto oder Holvi – setzen keinen Einkommensnachweis voraus. Sie eignen sich auch für Einzelunternehmer oder Kleinunternehmer.

Vorteile:

  • Trennung von privaten und geschäftlichen Finanzen
  • Rechnungs- und Buchhaltungstools inklusive

Nachteile:

  • Gebührenpflichtig (ab ca. 6 € pro Monat)

Unterlagen, die stattdessen benötigt werden

Auch wenn kein Einkommensnachweis erforderlich ist, benötigen Banken meist:

  • Gültigen Ausweis oder Reisepass
  • Meldebescheinigung (bei Basiskonten, wenn vorhanden)
  • Steueridentifikationsnummer (bei deutschen Banken)

Für Nicht-EU-Bürger können zusätzliche Dokumente erforderlich sein, z. B.:

  • Aufenthaltstitel
  • Nachweis über Studien- oder Arbeitsaufnahme

Vor- und Nachteile von Konten ohne Einkommensnachweis

VorteilNachteil
Kontoeröffnung für alle möglichKein Dispositionskredit
Schnelle OnlineeröffnungTeilweise höhere Gebühren
Keine BonitätsprüfungLimitierte Zusatzleistungen
Ideal für Studierende, Selbstständige oder ArbeitsloseWeniger Angebote bei klassischen Banken

Tipps zur erfolgreichen Kontoeröffnung ohne Einkommensnachweis

  1. Onlineanbieter prüfen – oft unkomplizierter als Filialbanken.
  2. Basiskonto beantragen – gesetzlich garantiert.
  3. Alle Unterlagen bereithalten – Ausweis, ggf. Meldebescheinigung, Steuer-ID.
  4. Kreditoptionen vermeiden – reines Guthabenkonto wählen.
  5. Gebühren vergleichen – Prepaid-Konten können teurer sein.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Kann die Bank meine Kontoeröffnung ablehnen, wenn ich keinen Job habe?
Nur bei Konten mit Kreditfunktion. Ein Basiskonto muss eröffnet werden.

2. Kostet ein Basiskonto Geld?
Ja, viele Banken erheben eine monatliche Gebühr (ca. 4–10 €).

3. Gibt es kostenlose Konten ohne Einkommensnachweis?
Ja, z. B. bei N26 (Standardkonto) oder Vivid.

4. Kann ich ein Konto ohne Einkommensnachweis sofort nutzen?
Bei Onlinebanken oft innerhalb von Minuten nach der VideoIdent-Prüfung.


Fazit: Auch ohne Gehaltsnachweis zum eigenen Konto

Ein Einkommen ist keine Voraussetzung, um ein Konto zu eröffnen.
Dank Basiskonten, Prepaid-Modellen und modernen Onlinebanken haben auch Studierende, Arbeitslose oder Selbstständige mit schwankendem Einkommen Zugang zu einem vollwertigen Girokonto.

Wer die richtige Kontenart wählt und Gebühren vergleicht, kann auch ohne Gehaltsnachweis alle wichtigen Bankgeschäfte problemlos erledigen.

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