Ein Konto ohne Schufa kann für viele Menschen ein echter Neuanfang sein – ob bei Schulden, schlechter Bonität oder nach einer Insolvenz. Doch auf dem Weg zum schufafreien Konto lauern viele Stolperfallen, die dich Zeit, Geld oder sogar deine finanzielle Sicherheit kosten können.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir die häufigsten Fehler, die Menschen beim Versuch machen, ein Konto ohne Schufa zu eröffnen – und wie du sie vermeidest.
Was bedeutet „Konto ohne Schufa“ eigentlich?
Ein Konto ohne Schufa ist ein Bankkonto, bei dem die Bank keine Bonitätsauskunft bei der Schufa einholt oder sich nicht von einem negativen Eintrag abschrecken lässt. Typisch sind:
- Basiskonten nach § 31 ZKG (rechtlich verpflichtend, auch bei Schufa)
- Guthabenkonten ohne Überziehungsrahmen
- Fintech-Konten bei Online-Banken wie N26, bunq oder Revolut
Wichtig: Konto ohne Schufa heißt nicht automatisch anonym oder illegal. Auch hier gelten Identifikationspflichten nach dem Geldwäschegesetz.
Fehler #1: Unseriöse Anbieter wählen
Viele Menschen googeln „Konto ohne Schufa“ und klicken auf das erstbeste Angebot. Doch der Markt ist voll von dubiosen Dienstleistern, die hohe Gebühren verlangen, ohne echten Mehrwert zu bieten.
Woran erkennst du unseriöse Angebote?
- Hohe Einrichtungsgebühren (z. B. 80–300 €)
- Monatliche Grundgebühren über 15 €
- Kein echter Zahlungsverkehr möglich
- Keine gültige Banklizenz (z. B. Sitz außerhalb der EU)
Tipp: Nutze nur Banken mit gültiger Lizenz in Deutschland oder der EU. Lies Bewertungen auf Trustpilot & Google. Und: Vergleiche Anbieter auf konto-ohne-schufa.de, um dir den besten Überblick zu verschaffen.
Fehler #2: Recht auf Basiskonto nicht nutzen
Seit 2016 hast du ein gesetzliches Recht auf ein Basiskonto – auch mit negativer Schufa.
Laut § 31 des Zahlungskontengesetzes (ZKG) dürfen Banken dir die Kontoeröffnung nur in wenigen Fällen verweigern. Ein negativer Schufa-Eintrag gehört nicht dazu.
- Stelle einen schriftlichen Antrag auf ein Basiskonto
- Weise dich mit einem gültigen Ausweis aus
- Gib eine Kontaktadresse an (nicht zwingend Meldeadresse!)
Wenn die Bank dich dennoch ablehnt, kannst du dich bei der BaFin beschweren – kostenlos und rechtssicher.
Fehler #3: Gebührenfallen übersehen
Manche Konten ohne Schufa locken mit „kostenlos“, verlangen aber im Kleingedruckten hohe Gebühren:
- Kartenversand 20–30 €
- Abhebungsgebühren 2–5 €
- Einzahlungsgebühren bei Bargeld
- Kontoauflösungsgebühr
Tipp: Achte beim Vergleich auf das Preis-Leistungs-Verzeichnis. Bei N26 Standard oder bunq Easy Bank kannst du tatsächlich kostenlos ein Konto ohne Schufa führen.
Fehler #4: Konto im Darknet oder anonym kaufen
Ein fataler Fehler ist der Versuch, ein Konto anonym über Foren oder das Darknet zu kaufen. Hierbei drohen:
- Identitätsmissbrauch
- Geldwäsche-Verdacht
- Strafrechtliche Folgen
Wichtig: In Deutschland sind anonyme Bankkonten verboten. Du musst dich immer per VideoIdent oder PostIdent legitimieren.
Fehler #5: Kein Überblick über vorhandene Konten
Wer viele Inkassoschreiben erhält, verliert schnell den Überblick. Wichtig bei Kontoeröffnungen:
- Welche Konten bestehen bereits?
- Wo bestehen Schulden?
- Ist ein P-Konto aktiv?
Tipp: Beantrage eine kostenlose Schufa-Selbstauskunft. Nur wer seine eigene Akte kennt, kann gezielt handeln.
Fehler #6: Kein P-Konto einrichten
Ein Konto ohne Schufa hilft dir nicht, wenn dein Geld gepfändet wird. Wer Schulden hat, muss sein Konto als Pfändungsschutzkonto (P-Konto) führen lassen.
- Grundfreibetrag: 1.410 €/Monat (2025)
- Kein Zugriff durch Gläubiger
- Recht auf Umwandlung innerhalb von 4 Werktagen
Tipp: Die Umwandlung ist kostenlos. Nutze ein formloses Schreiben.
Fehler #7: Digitale Identifikation nicht vorbereiten
Viele Anbieter wie N26 oder bunq bieten Kontoeröffnung nur per App an. Häufige Probleme:
- Schlechte Kameraqualität beim VideoIdent
- Kein Ausweis griffbereit
- Unruhiger Hintergrund
Tipp: Lade dein Handy auf, halte deinen Ausweis bereit und achte auf gute Beleuchtung.
Fehler #8: Falsche Erwartungen haben
Ein Konto ohne Schufa ist keine Kreditkarte oder Wunderlösung:
- Kein Dispokredit
- Keine echten Kreditkarten (nur Debit oder Prepaid)
- Kein Überziehen möglich
Tipp: Nutze dein Konto, um Vertrauen aufzubauen – regelmäßig zahlen, keine Rücklastschriften.
Fazit: Konto ohne Schufa? Ja – aber mach es richtig!
Ein schufafreies Konto kann dir helfen, neu anzufangen – aber nur, wenn du die häufigsten Fehler vermeidest.
- Unseriöse Anbieter meiden
- Recht auf Basiskonto nutzen
- Gebühren genau prüfen
- Niemals anonymes Konto kaufen
- Eigene Finanzen im Blick behalten
- P-Konto bei Bedarf einrichten
- Digitale Legitimierung vorbereiten
- Realistisch bleiben
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