Ein eigenes Girokonto ist in Deutschland unverzichtbar – für Miete, Strom, Gehalt, Sozialleistungen oder Online-Shopping. Doch was passiert, wenn deine Kontoeröffnung abgelehnt wird? Gerade Menschen ohne festen Wohnsitz, mit schlechter Bonität oder ausländischer Herkunft erleben das immer wieder.
Warum wird ein Konto überhaupt abgelehnt?
Auch wenn viele Menschen es nicht wissen: In Deutschland besteht für alle Bürger*innen das Recht auf ein Basiskonto (§ 31 ZKG). Dennoch lehnen Banken Kontoanträge aus verschiedenen Gründen ab:
- ❌ Negative Schufa-Einträge
- 🏠 Kein fester Wohnsitz oder keine Meldeadresse
- 🌍 Kein deutscher Pass oder Aufenthaltstitel
- ⚖️ Frühere Pfändungen oder Kontoüberziehungen
- 🆔 Unzureichende Identifikation (z. B. keine gültigen Dokumente)
Wichtig: Nicht jede Ablehnung ist rechtens! Gerade beim sogenannten Basiskonto dürfen Banken nur unter bestimmten Umständen ablehnen.
Dein Recht auf ein Basiskonto
Laut Zahlungskontengesetz (§ 31 ZKG) muss jede Bank jedem Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU ein Zahlungskonto mit grundlegenden Funktionen anbieten – auch ohne Einkommen oder Schufa-Auskunft.
Achtung: Nur bestimmte Gründe erlauben eine Ablehnung – z. B. bei bereits bestehendem Konto in Deutschland oder Falschangaben.
Konto abgelehnt – So reagierst du richtig
Wenn du eine schriftliche Ablehnung erhältst oder von der Bank erfährst, dass du kein Konto bekommst, solltest du wie folgt vorgehen:
- Ablehnung dokumentieren: Fordere eine schriftliche Begründung nach § 34 Abs. 1 ZKG.
- Widerspruch einlegen: Nutze den Musterbrief weiter unten, um die Bank zur Überprüfung der Entscheidung aufzufordern.
- Verbraucherbeschwerde einreichen: Wenn die Bank nicht reagiert, kannst du dich an die BaFin oder die Schlichtungsstelle wenden.
Musterbrief – Widerspruch bei Kontoablehnung
Hier findest du einen juristisch korrekten Musterbrief, den du per Einschreiben oder E-Mail mit Lesebestätigung an die Bank senden solltest:
Vorname Nachname
Straße und Hausnummer
PLZ Ort
Telefon: [optional]
E-Mail: [optional]
[Name der Bank]
z. Hd. Kundenservice / Beschwerdestelle
Straße und Hausnummer
PLZ Ort
Ort, Datum
Widerspruch gegen die Ablehnung meines Kontoantrags / Antrag auf Basiskonto
Sehr geehrte Damen und Herren,
am [Datum der Antragstellung] habe ich bei Ihrer Bank ein Girokonto beantragt. Leider wurde mein Antrag abgelehnt. Dies wurde mir am [Datum der Ablehnung] mitgeteilt.
Hiermit widerspreche ich der Entscheidung und fordere Sie auf, meinen Antrag erneut zu prüfen.
Gemäß § 31 des Zahlungskontengesetzes (ZKG) habe ich als Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU Anspruch auf ein sogenanntes Basiskonto. Eine Ablehnung darf nur unter den in § 35 ZKG genannten Gründen erfolgen. Meines Wissens liegt keiner dieser Ablehnungsgründe vor.
Bitte teilen Sie mir daher mit, auf welcher rechtlichen Grundlage Sie meinen Antrag abgelehnt haben, und senden Sie mir eine schriftliche Begründung gemäß § 34 Abs. 1 ZKG zu.
Sollte ich innerhalb von 10 Werktagen keine Antwort erhalten, sehe ich mich gezwungen, mich an die zuständige Schlichtungsstelle sowie an die BaFin zu wenden.
Mit freundlichen Grüßen
[Unterschrift, falls per Post]
Vorname Nachname
Was tun, wenn die Bank nicht reagiert?
Falls du keine Rückmeldung bekommst oder die Ablehnung bestehen bleibt, hast du folgende Möglichkeiten:
- Beschwerde bei der BaFin: www.bafin.de
- Schlichtungsstelle nutzen: Adresse findest du im Impressum der Bank
- Alternativen prüfen: Online-Banken oder Anbieter ohne Schufa-Abfrage
Fazit: Recht auf Konto nutzen – mit dem richtigen Widerspruch
Die Ablehnung eines Kontoantrags kann frustrierend sein – ist aber oft nicht rechtmäßig. Mit unserem Musterbrief kannst du deine Rechte geltend machen und die Bank zur Stellungnahme auffordern. Bleib sachlich, bestimmt und rechtlich fundiert – das erhöht deine Erfolgschancen erheblich.
Weitere Tipps und Artikel findest du hier auf der Webseite – wir helfen dir, dein Konto trotz schwieriger Voraussetzungen zu bekommen.
