Direktbanken im Vergleich: Welche eröffnen ein Konto ohne Wohnsitz?

Immer mehr Menschen stehen in Deutschland vor der Herausforderung, ein Konto ohne festen Wohnsitz zu eröffnen – sei es aufgrund von Obdachlosigkeit, einem Leben als digitaler Nomade, einer Übergangssituation oder Problemen mit der Meldeadresse. Klassische Filialbanken wie Sparkassen und Volksbanken sind oft streng bei ihren Anforderungen. Doch Direktbanken und Onlinebanken sind flexibler. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Direktbanken ein Konto ohne Wohnsitz eröffnen, welche Voraussetzungen gelten und worauf du achten solltest.

Warum Direktbanken oft die bessere Wahl sind

Direktbanken arbeiten ausschließlich online und verzichten auf Filialen. Dadurch entfallen viele bürokratische Hürden, die bei klassischen Banken bestehen. Kontoeröffnung, Legitimation und Verwaltung laufen vollständig digital. Für Menschen ohne festen Wohnsitz bedeutet das: Keine Briefe an eine Meldeadresse nötig, stattdessen reicht häufig eine Postadresse oder sogar nur die App zur Kommunikation.

Ein weiterer Vorteil: Direktbanken sind oft günstiger, da sie keine Filialkosten haben. Viele bieten kostenlose Girokonten ohne Kontoführungsgebühren – unabhängig von deinem Einkommen oder Wohnstatus.

Rechtliche Grundlage: Anspruch auf ein Konto

Seit 2016 gilt in Deutschland das Zahlungskontengesetz (§ 31 ZKG). Es garantiert allen Menschen mit legalem Aufenthalt in der EU das Recht auf ein Basiskonto – auch ohne festen Wohnsitz. Das bedeutet: Keine Bank darf dir die Kontoeröffnung allein wegen fehlender Meldeadresse verweigern. Allerdings setzen manche Banken in der Praxis trotzdem Hürden, die den Zugang erschweren. Direktbanken sind hier meist offener und kundenfreundlicher.

Die besten Direktbanken ohne Wohnsitz im Vergleich

Wir haben die wichtigsten Direktbanken geprüft, die für Menschen ohne Meldeadresse infrage kommen. Hier die Übersicht:

N26 – Das flexible Smartphone-Konto

N26 gehört zu den bekanntesten Direktbanken in Deutschland. Die Kontoeröffnung erfolgt komplett per App über VideoIdent. Du brauchst nur einen gültigen Ausweis – eine Meldeadresse ist nicht zwingend erforderlich. Eine Postadresse für die Zusendung deiner Bankkarte genügt.

  • ✅ Kontoeröffnung in wenigen Minuten per Smartphone
  • ✅ Keine Kontoführungsgebühren (Standardkonto)
  • ✅ Mastercard Debit inklusive
  • ✅ Auch für EU-Bürger und digitale Nomaden geeignet

bunq – Die internationale Alternative

bunq ist eine niederländische Neobank, die in ganz Europa tätig ist. Die Eröffnung ist einfach und komplett digital. Eine Meldeadresse wird nicht verlangt – stattdessen reicht eine Postadresse oder deine digitale Erreichbarkeit. Bunq richtet sich besonders an internationale Kunden, Expats und Menschen in flexiblen Lebenssituationen.

  • ✅ Mehrsprachige App (Deutsch/Englisch/Niederländisch)
  • ✅ Mehrere IBANs verfügbar
  • ✅ Flexible Nutzung für Nomaden, Freelancer und Reisende
  • ✅ Auch ohne klassische Meldeadresse nutzbar

Tomorrow – Nachhaltige Bank mit Sitz in Deutschland

Tomorrow ist eine nachhaltige Direktbank, die mit der Solarisbank zusammenarbeitet. Kontoeröffnung und Verwaltung laufen komplett per App. Eine Meldeadresse ist nicht zwingend notwendig, solange du eine Postanschrift angeben kannst. Tomorrow eignet sich besonders für Menschen, die Wert auf Nachhaltigkeit und soziales Banking legen.

  • ✅ Kostenloses Basiskonto verfügbar
  • ✅ Visa Debitkarte inklusive
  • ✅ Fokus auf nachhaltige Geldanlagen
  • ✅ Keine Filialpflicht, Konto läuft komplett online

Fidor Bank – Digitalbank mit Community-Ansatz

Die Fidor Bank ist eine deutsche Direktbank, die sich seit Jahren auf digitales Banking spezialisiert hat. Die Eröffnung läuft ebenfalls online. Eine klassische Meldeadresse ist nicht zwingend erforderlich, wenn du eine Postanschrift nutzen kannst. Allerdings ist die Fidor Bank aktuell restriktiver geworden und prüft Neukunden strenger.

  • ✅ Kontoeröffnung online möglich
  • ✅ Mastercard Debitkarte enthalten
  • ⚠️ Kontoeröffnung teilweise eingeschränkt für neue Kunden

Voraussetzungen für ein Konto ohne Wohnsitz

Auch Direktbanken brauchen bestimmte Nachweise, bevor sie ein Konto eröffnen. Die wichtigsten sind:

  • Gültiger Ausweis: Personalausweis oder Reisepass
  • Legitimation: Per VideoIdent oder PostIdent
  • Postadresse: Für die Zustellung von Karte & PIN
  • Rechtmäßiger Aufenthalt: Für Nicht-EU-Bürger kann ein Aufenthaltstitel nötig sein

Eine feste Meldeadresse ist dagegen nicht erforderlich – solange eine zustellfähige Postadresse vorhanden ist.

Tipps zur Kontoeröffnung ohne Wohnsitz

  • 🔹 Nutze Direktbanken, die speziell für digitale Kunden ausgelegt sind
  • 🔹 Bereite deinen Ausweis und ggf. Aufenthaltstitel digital vor
  • 🔹 Verwende eine Postadresse bei Freunden, Angehörigen oder Beratungsstellen
  • 🔹 Bestehe im Zweifel auf dein Recht auf ein Basiskonto (§ 31 ZKG)

Alternativen zu einem klassischen Girokonto

Falls selbst Direktbanken Schwierigkeiten machen, gibt es noch Alternativen:

  • Prepaid-Kreditkarten: Funktionieren wie ein Konto, inkl. IBAN
  • FinTech-Lösungen: Anbieter wie Revolut oder Wise bieten internationale Konten an
  • P-Konto: Falls Pfändungen vorliegen, kannst du ein Basiskonto in ein Pfändungsschutzkonto umwandeln

Fazit: Direktbanken sind die beste Lösung ohne Wohnsitz

Ein Konto ohne festen Wohnsitz zu eröffnen, ist in Deutschland möglich – besonders bei Direktbanken. Anbieter wie N26, bunq und Tomorrow machen es leicht, mit einem gültigen Ausweis und einer Postadresse ein vollwertiges Girokonto zu erhalten. Im Vergleich zu klassischen Filialbanken sind Direktbanken flexibler, günstiger und schneller. Wenn du kein Konto bekommst, kannst du dich auf dein Recht auf ein Basiskonto berufen oder Alternativen wie Prepaid-Karten nutzen. Auf konto-ohne-wohnsitz.de findest du weitere Tipps, Musterbriefe und Lösungen für deine persönliche Situation.

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