Du bist EU-Bürger und möchtest ein Bankkonto in Deutschland eröffnen – aber du hast (noch) keinen festen Wohnsitz? Das klingt erst einmal kompliziert, ist aber durchaus möglich. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du als EU-Bürger ohne Meldeadresse oder Wohnsitz ein Konto in Deutschland bekommst, welche Voraussetzungen du erfüllen musst und welche Banken 2025 besonders offen und flexibel sind.
Gerade für mobile EU-Arbeitnehmer:innen, Saisonkräfte, digitale Nomaden oder Selbstständige ist ein Konto in Deutschland oft notwendig – z. B. für Gehaltszahlungen, Miete, Sozialleistungen oder geschäftliche Transaktionen. Doch viele stoßen auf Hürden – vor allem bei traditionellen Banken. Dieser Artikel zeigt dir deine Optionen.
1. Rechtliche Grundlage: Konto trotz fehlender Meldeadresse
Seit 2016 gibt es in Deutschland das sogenannte Zahlungskontengesetz (ZKG), das allen Verbrauchern – unabhängig von Nationalität oder Wohnsitz – das Recht auf ein sogenanntes Basiskonto zusichert (§ 31 ZKG). Das gilt auch für EU-Bürger ohne festen Wohnsitz.
Das heißt konkret: Auch ohne Wohnsitz in Deutschland hast du ein Recht auf ein Konto mit grundlegenden Funktionen – z. B. Überweisungen, Einzahlungen, Bargeld abheben, Onlinebanking.
- Rechtsgrundlage: Zahlungskontengesetz § 31
- Gilt für: alle Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der EU
- Kontoform: Basiskonto, Girokonto mit Grundfunktionen
Wichtig: Auch wenn du keinen festen Wohnsitz hast, musst du dich mit einem gültigen Ausweisdokument identifizieren können.
2. Voraussetzungen für ein Konto ohne Wohnsitz
Obwohl du gesetzlich Anspruch auf ein Konto hast, musst du gewisse Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört insbesondere eine eindeutige Identifikation.
- Gültiger Reisepass oder Personalausweis aus einem EU-Mitgliedsstaat
- Optional: Nachweis über aktuellen Aufenthaltsort (z. B. durch Hotelrechnung, Meldebescheinigung, Aufenthaltstitel)
- In vielen Fällen: eine ladungsfähige Postadresse (z. B. C/O-Adresse, Briefkastenservice)
Wenn du keinen festen Wohnsitz hast, akzeptieren viele Banken auch eine sogenannte – zum Beispiel bei Freunden, Familie oder einem offiziellen Postdienstleister.
3. Welche Banken sind geeignet?
Viele Filialbanken bestehen auf einer deutschen Meldeadresse. Aber es gibt auch Banken, die sich auf flexible Lebensmodelle eingestellt haben – z. B. Onlinebanken oder Direktbanken.
Hier eine Übersicht von Banken, bei denen du als EU-Bürger ohne Wohnsitz gute Chancen hast:
- N26: Onlinebank mit Sitz in Berlin. Kontoeröffnung per App. Akzeptiert viele EU-Ausweise. Ideal für digitale Nomaden.
- bunq: Niederländische Bank mit Sitz in Amsterdam. Kontoeröffnung rein digital möglich, auch ohne deutsche Adresse.
- Revolut: FinTech mit EU-Lizenz. Kontoeröffnung per Smartphone, oft ohne Wohnsitznachweis.
- Tomorrow: Nachhaltige Bank aus Hamburg. Basiert auf Solarisbank-Technologie. Konto per App eröffnen.
Tipp: Viele dieser Banken verlangen lediglich eine Postanschrift für die Zustellung der Debitkarte – nicht zwingend eine amtliche Meldeadresse.
4. Wie funktioniert die Kontoeröffnung?
Die Kontoeröffnung funktioniert bei den meisten digitalen Banken komplett online – in wenigen Minuten.
- App herunterladen oder Webseite besuchen
- Persönliche Daten eingeben
- Identitätsnachweis über Video-Ident oder Foto-Ident
- Optionale Angabe einer Zustelladresse
Im Anschluss wird dein Konto meist sofort aktiviert, und du erhältst deine IBAN. Die Debitkarte folgt per Post. Einige Banken bieten auch virtuelle Karten an.
5. Was tun bei Ablehnung?
Wenn eine Bank dein Kontoanliegen ablehnt, hast du das Recht, einen schriftlichen Ablehnungsbescheid zu verlangen. Lehnt auch die Basiskonto-Eröffnung ab, kannst du dich an die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) wenden. Sie prüft dann, ob die Ablehnung rechtmäßig war.
Zusätzlich kannst du mit einem Widerspruchsschreiben auf die gesetzliche Pflicht zur Kontoeröffnung hinweisen. Auf konto-ohne-wohnsitz.de findest du ein kostenloses Musterschreiben.
6. Was kostet ein Konto ohne Wohnsitz?
Ein Basiskonto darf nicht übermäßig teuer sein. Die Gebühren müssen angemessen sein. Digitale Banken bieten oft kostenlose Kontomodelle oder günstige Pauschalen an – z. B. 0–4,90 €/Monat für ein Standardkonto inklusive Karte und Onlinebanking.
Tipp: Vergleiche Angebote, bevor du dich entscheidest. Achte auf versteckte Gebühren (z. B. bei Bargeldabhebungen oder Kartenzustellung).
Fazit: Auch ohne Wohnsitz kannst du ein Konto in Deutschland eröffnen
Als EU-Bürger ohne Wohnsitz in Deutschland hast du ein gesetzliches Anrecht auf ein Bankkonto – insbesondere ein Basiskonto. Zwar stellen sich manche Banken quer, aber digitale Anbieter wie N26, bunq oder Revolut sind flexibel und kundenfreundlich.
Wichtig sind ein gültiger Ausweis und – wenn möglich – eine Postadresse zur Kartenlieferung. Falls du auf Ablehnung stößt, nutze dein Recht auf ein Konto gemäß § 31 ZKG – und leg Widerspruch ein.
Auf konto-ohne-wohnsitz.de findest du weitere Ratgeber, Musterschreiben, Tipps und Bankvergleiche. Informiere dich jetzt – und sichere dir dein Konto, auch ohne Meldeadresse.
