Immer mehr Menschen suchen nach einer Alternative zum klassischen Girokonto – insbesondere dann, wenn die Schufa-Auskunft negativ ist oder eine Kontoeröffnung aus anderen Gründen scheitert. Eine Prepaid-Kreditkarte kann hier eine interessante Option sein. Sie funktioniert ähnlich wie eine herkömmliche Kreditkarte, bietet jedoch einige Besonderheiten, die sie auch für Personen mit finanziellen Schwierigkeiten oder ohne geregeltes Einkommen attraktiv machen.
In diesem Artikel erfährst du, wie eine Prepaid-Kreditkarte funktioniert, welche Vor- und Nachteile sie im Vergleich zu einem Girokonto hat und für wen sich diese Lösung besonders eignet.
1. Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?
Eine Prepaid-Kreditkarte ist eine Karte, die nur mit zuvor aufgeladenem Guthaben genutzt werden kann. Das bedeutet:
- Es gibt keinen Dispokredit und keine Überziehungsmöglichkeit.
- Zahlungen sind nur möglich, wenn genügend Guthaben vorhanden ist.
- Die Karte wird in der Regel ohne Schufa-Prüfung ausgestellt.
Typische Anbieter sind unter anderem VISA, Mastercard oder Maestro in Kooperation mit Banken oder Fintech-Unternehmen. Die Aufladung erfolgt meist per Überweisung, Sofortüberweisung oder auch per Bareinzahlung bei Partnerstellen.
2. Warum eine Prepaid-Kreditkarte statt eines Girokontos?
Ein klassisches Girokonto bietet viele Funktionen, die im Alltag nützlich sind – etwa Lastschriften, Gehaltseingang und Überweisungen. Allerdings verlangen Banken oft eine positive Bonitätsauskunft, bevor sie ein Konto mit Vollfunktion eröffnen. Wer Schulden, Pfändungen oder einen negativen Schufa-Eintrag hat, bekommt häufig nur ein eingeschränktes Basiskonto oder gar keine Zusage.
Eine Prepaid-Kreditkarte bietet hier den Vorteil, dass sie ohne Bonitätsprüfung erhältlich ist und dennoch viele Bezahlmöglichkeiten bietet – sowohl online als auch im stationären Handel.
3. Die wichtigsten Vorteile einer Prepaid-Kreditkarte
1. Keine Schufa-Prüfung
Die meisten Prepaid-Kreditkarten werden ohne Bonitätsprüfung vergeben. Das macht sie für Personen mit negativer Schufa interessant.
2. Volle Kostenkontrolle
Da nur das aufgeladene Guthaben verfügbar ist, besteht keine Gefahr der Verschuldung durch Kontoüberziehung.
3. Weltweite Akzeptanz
Prepaid-Kreditkarten werden von VISA und Mastercard weltweit akzeptiert – sowohl in Geschäften als auch online.
4. Online-Einkäufe & Abos
Viele Online-Shops und Streaming-Dienste akzeptieren nur Kreditkarten. Mit einer Prepaid-Variante lassen sich diese Angebote nutzen, auch ohne reguläres Konto.
5. Schnelle Beantragung
Oft kann eine Prepaid-Kreditkarte online innerhalb weniger Minuten beantragt werden. Teilweise ist sie schon nach wenigen Tagen einsatzbereit.
4. Die Nachteile im Vergleich zum Girokonto
1. Keine klassischen Bankfunktionen
Mit einer Prepaid-Kreditkarte lassen sich in der Regel keine Lastschriften empfangen (z. B. für Gehalt oder Sozialleistungen) und keine Überweisungen tätigen.
2. Gebühren
Viele Anbieter verlangen Jahresgebühren, Aufladegebühren oder Gebühren für Bargeldabhebungen. Diese können die Nutzung verteuern.
3. Kein Dispokredit
Wer kurzfristig Geld benötigt, kann die Karte nicht überziehen.
4. Eingeschränkte Einzahlungsmöglichkeiten
Oft ist das Aufladen nur per Überweisung oder mit Gebühren verbunden.
5. Für wen eignet sich eine Prepaid-Kreditkarte?
Eine Prepaid-Kreditkarte kann sich lohnen für:
- Personen mit negativer Schufa, die kein vollwertiges Girokonto erhalten.
- Jugendliche ab 14 Jahren, um den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu lernen.
- Reisende, die eine sichere und begrenzte Zahlungsmethode nutzen wollen.
- Online-Shopper, die ihre Hauptkontodaten nicht preisgeben möchten.
- Selbstständige, die Ausgaben klar von privaten Konten trennen wollen.
6. Prepaid-Kreditkarte oder Basiskonto – was ist besser?
Wer regelmäßige Zahlungseingänge wie Lohn oder Sozialleistungen erhält und Rechnungen per Lastschrift bezahlen muss, fährt oft besser mit einem Basiskonto.
Dieses ist gesetzlich vorgeschrieben und muss von Banken auch bei negativer Schufa angeboten werden – allerdings mit möglichen Einschränkungen und Gebühren.
Eine Prepaid-Kreditkarte ist dagegen ideal, wenn man hauptsächlich online zahlt, im Ausland unterwegs ist oder als Zweitkarte zur Ausgabenkontrolle.
7. Worauf sollte man bei der Auswahl achten?
Beim Vergleich von Prepaid-Kreditkarten sind folgende Punkte wichtig:
- Gebührenstruktur – Jahresgebühr, Aufladegebühren, Bargeldabhebungen.
- Auflademöglichkeiten – Überweisung, Sofortüberweisung, Bareinzahlung.
- Akzeptanz – VISA oder Mastercard haben weltweite Reichweite.
- Zusatzfunktionen – IBAN-Konto, Online-Banking, App-Steuerung.
- Sicherheit – 3D-Secure, PIN-Änderung, sofortige Sperrmöglichkeit.
8. Fazit
Eine Prepaid-Kreditkarte kann eine sinnvolle Alternative zu einem klassischen Girokonto sein – insbesondere für Menschen, die aufgrund negativer Bonität oder anderer Gründe kein vollwertiges Konto eröffnen können. Sie bietet weltweite Akzeptanz, volle Kostenkontrolle und einfache Beantragung. Allerdings ersetzt sie kein Konto vollständig, vor allem wenn regelmäßige Zahlungseingänge oder Lastschriften nötig sind.
Wer eine Prepaid-Kreditkarte nutzen möchte, sollte vor allem auf die Gebühren achten und überlegen, ob eine Kombination aus Basiskonto und Prepaid-Karte nicht die bessere Lösung ist.
